von Jan Boesch

PME Magazine - juin 2019

«Eine Million zur Errichtung unserer unterirdischen Kläranlage»

Jan Boesch, Verantwortlicher für das Qualitätsmanagementsystem bei Estoppey-Addor AG.

Die Galvanoplastik (Oberflächenbehandlung; unter anderem für die Uhrmacherei), ist nicht als sehr ökologische Industrie bekannt. Die 1880 gegründete und damit älteste Branchenfirma Estoppey-Addor von Biel, wollte jedoch einen sehr grossen Schritt in Richtung Umweltschutz unternehmen. Im Jahre 2008 hat das KMU mit 37 Mitarbeiter/-innen entschlossen, in die Errichtung einer unterirdischen Kläranlage eine Million Franken zu investieren. Bis dahin mussten wir jedes Jahr 120'000 Franken bezahlen, um Abwasser und Produktions-Schlämme fachgerecht zu entsorgen; erwähnt Jan Boesch, Direktionsmitglied und Verantwortlicher des Qualitätsmanagementsystems. Beinahe jede kam ein Lastwagen bei uns vorbei um die Schadstoffe abzutransportieren. Die entsprechenden Auswirkungen war sehr einschneidend, vor allem weil sich unser Unternehmen durch die Stadtentwicklung mittlerweile in einem gemischten Quartier mit Wohnhäusern befand. Unser Schritt war aus wirtschaftlichen Überlegungen sowie gleichzeitig auch für den Umweltschutz sehr sinnvoll.

Estoppey-Addor benötigt für ihre Tätigkeiten sehr viel Spülwasser. Dieses musste ins Netz zurück gespiesen und gereinigt werden. Dank unserer neuen Kläranlage wird das Wasser nun bei uns selbst aufbereitet und in einem geschlossenen Kreislauf wieder in den internen Prozess zurückgeführt. Dies ergibt praktisch eine 100% prozentige Wasserrückgewinnung; fügt Jan Boesch weiter an. Ausserdem kann die von zwei Kompressoren ausgestossene Warmluft durch ein einfaches Ventil in die Gemeinschaftsräume der Firma eingeleitet werden, um diese bei Bedarf zu beheizen. Zurzeit überlegt sich das KMU, welches sich zu 100% mit grüner Energie eindeckt, das Dach mit Sonnenkollektoren zu decken und die Kompressoren direkt mit der Heizungsanlage zu verbinden. Die zur Errichtung der Kläranlagen nötigen Investitionen waren hoch und sind noch nicht vollständig amortisiert. Es brachte aber eine Verbesserung unserer Arbeit und einen starken Beitrag an die Nachhaltigkeit.